Berichte über Besuche in Landesforstämtern:


Sachsen-Anhalt - Dr. Recklebe

Allgemeine Lage im Forstbereich: Die Pflanzungen in Sachsen-Anhalt vermindern sich weiter. Seit 1997 wurden 500 Waldarbeiter entlassen. Zur Zeit arbeiten noch ca. 720 Forstarbeiter im Landeswald. Der Landeswald ist nach PEFC  zertifiziert.
Forstpflanzenbedarf im aktuellen Jahr: Der Forstpflanzenbedarf wird ebenfalls dezentral bestellt. Es wird mit ca. 400 ha Pflanzfläche in 2003 gerechnet. Das entspricht ca. 2.000.000 Pflanzen. Davon entfallen auf private Baumschulen ca. 1.500.000. Im Trend sind dies weniger als in 2002. Im Privatwald wird ein Bedarf von ca. 1.000.000 Pflanzen in 2003 kalkuliert. Für Autobahn-Ausgleichsflächen wird unter Vorbehalt in den nächsten Jahren mit ca. 4000 – 5000 ha Aufforstungsfläche gerechnet.
Zustand des Landesforst: Ist seit 1996 ständig besser geworden. Lediglich die Eich bereitet noch ernsthafte Probleme. Zur Zeit besteht der Landesforst aus ca. 50% Kiefer, 20 % Fichte und 30% Laubholz. Langfristig soll der Laubholz Anteil angehoben werden.
Erstaufforstungsflächen: Netto werden in Sachsen-Anhalt in 2003 ca. 100 ha Erst aufgeforstet.
Haushaltssperren: Zur Zeit gibt es in Sachsen-Anhalt keine Haushaltssperre und ist momentan auch nicht absehbar. Die Fördermittel für Co-Finanzierungen für Waldneubildung stehen bereit und werden 03 auch nicht gekürzt.
Forstsaatgutgesetz: Es gibt keine vom Land gesteuerte Schulungen für Förster oder Baumschuler. Die neuen dem Gesetz unterliegenden Baumarten spielen keine große Rolle im Landeswald.
Ist ZÜF im Land ein Thema: ZÜF Material ist momentan kein Thema.
Holzbedarf: Der Mengenabsatz ist gut. Im Bereich Industrieholz ist das Land bundesweit führend. Es geht sehr viel Fichte in den Export. Beim Buchenholz gab es in 2002 einen Einbruch der sich zur Zeit wieder stabilisiert.
Landesbaumschulen: Die Produktion der Landesbaumschulen in Sachsen-Anhalt wurde in 2002 leicht angehoben. Sie decken zur Zeit ca. 20% des Gesamtbedarfes. Allerdings müssen die Landesbaumschulen in der Zukunft schwarze Zahlen schreiben. Sonst wird die Produktion auf ein Minimum zur Gen-Erhaltung zurückgefahren.
Naturverjüngung: Wird in Sachsen nur auf kleinsten Flächen betrieben. Ist kein echtes Thema.
Ökologische Baumschule: Das Land würde nicht mehr Geld für Pflanzen ausgeben, nur weil diese ökologisch produziert wurden.
Energiewald: Ist zur Zeit noch kein wirkliches Thema im Land. Es kann aber für die Zukunft interessant werden.

Sachsen - Dr. Geschu / Herr Eller

Allgemeine Lage im Forstbereich: Die allgemeine Lage im sächsischen Forst ist nicht schlechter zu beurteilen als im Vorjahr. Es wird eine naturnahe Waldwirtschaft betrieben. Dies drückt sich auch in den Fördermaßnahmen aus.
Zur Zeit gibt es in Sachsen ca. 20 % Laub- und 80 % Nadelwald. Langfristig soll deutlich mehr Laubholz gepflanzt werden.
Forstpflanzenbedarf im aktuellen Jahr: Die Beschaffung von Pflanzen erfolgt dezentral über die Kommunen und Forstämter. Seitens der Landesforstverwaltung gibt es keine Erhebungen über den gesamt Bedarf an Pflanzen.
Zustand des Landesforst: Im Jahr 2002 gab es wenig Sturmschäden. Somit auch keinen Bedarf an Pflanzenmaterial aus diesem Grund. Das Hochwasser der Elbe und der Mulde haben, außer an den Bachläufen, zu keinen nennenswerten Schäden geführt. Der Gesundheitszustand des Landesforst ist seit 1996 stetig besser geworden. Die klassischen Waldschäden sind inzwischen unter dem Bundesdurchschnitt gesunken. Das Erlensterben ist in Sachsen kein Thema.
Erstaufforstungsflächen: Sachsen hat ca. 28 % Waldanteil. Brutto sind für 2003 750 ha in Erstaufforstungsplanung. Davon 60 % Laub – und 40 % Nadelholz. (Laubholz= 70% Eiche, 15% Kirsche, 15% andere) (Nadelholz= Douglasie & Fichte) 
Haushaltssperren: Zur Zeit gibt es in Sachsen keine Haushaltssperre. Insofern werden in 2003 alle geplanten Aufforstungen durchgeführt. Die Fördergelder für die Hochwasserschäden sind nahezu vollständig in die Infrastruktur geflossen.
Forstsaatgutgesetz: Es gibt keine vom Land gesteuerte Schulungen für Förster oder Baumschuler.
Ist ZÜF im Land ein Thema: Dem sächsischen Landesforstamt reichen zur Zeit die Bestimmungen des FoVG. Züf Material ist momentan nicht gewollt.
Holzbedarf: Der Bedarf an Holz ist sehr hoch. Speziell die Nachfrage an Nadelholz ist momentan nicht zu decken. Die zu erzielenden Preise sind ebenfalls relativ gut. (In Sachsen macht Buchenholz nur einen 2,7 % aus.)
Landesbaumschulen: Die Produktion der Landesbaumschulen in Sachsen wird ständig weiter gedrosselt. Schon jetzt wird keine nennenswerte Pflanzenmenge mehr gezüchtet.
Naturverjüngung: Wird in Sachsen nur auf kleinsten Flächen betrieben. Ist kein echtes Thema.
Ökologische Baumschule: Die sächsische Landesforstverwaltung wäre theoretisch nicht bereit Qualitätsverluste bei ökologisch produzierten Pflanzen hinzunehmen. Sie würden auch nicht mehr Geld für ökologisch produzierte Massenware zahlen.

Brandenburg - Dr. Luthardt

Allgemeine Lage im Forstbereich: Die allgemeine Lage ist schlecht zu beurteilen. Dies resultiert hauptsächlich aus den Einsparungen, die von Landesseite her vorgenommen werden. Die Ämter für Forstwirtschaft bekommen eine Ziel-vorgabe mit dementsprechenden finanziellen Mitteln, die dann eigenverantwortlich verwaltet werden.
Forstpflanzenbedarf im aktuellen Jahr: Die Beschaffung von Pflanzen liegt direkt bei den Ämtern für Forstwirtschaft. Seitens der Landesforstverwaltung gibt es keine Erhebungen über den gesamt Bedarf an Pflanzen. Tendenziell wird es jedoch eher gleich bleibend oder weniger sein als in 2002.
Zustand des Landesforst: Im Jahr 2002 gab es an Sturmschäden ca. 120.000 Festmeter. Diese fielen hauptsächlich im Raum Berlin. Der Gesundheitszustand des Landesforst ist seit 1996 stetig besser geworden. Lediglich die Eiche macht den Zuständigen noch Probleme. Für 2003 wird ein starker Befall mit Nonnenschädlingen erwartet. Daraus werden großflächige Schäden entstehen.
Erstaufforstungsflächen: Im Jahr werden ca. 500 ha Brutto im Durchschnitt neu aufgeforstet.
Spätestens 2006 werden die landwirtschaftlichen Subventionen gekürzt. Dann rechnet man in Brandenburg mit großen neuen Aufforstungsflächen. Die Co-Finanzierung für Waldneubildung im Privatwald wird in 2003 in Brandenburg voll gezahlt. Wie es in 2004 getändelt wird ist noch nicht bekannt.
Haushaltssperren: Seit Mitte 2002 ist eine Hausaltssperre in Kraft. Diese gilt aber nur bedingt für den Forst, da der Forstbereich 2001 stark budgetiert worden ist. 
Forstsaatgutgesetz: Die Landesforstverwaltung führt eine Schulung für alle Forstbediensteten Entscheidungsträger durch. Es ist aber nicht geplant auch die privaten Forstbetriebe von Landesseite zu schulen.
Ist ZÜF im Land ein Thema: ZÜF Material ist für das Land Brandenburg kein Thema. Entscheiden für die Auswahl geeigneter Gehölze sind in erster Linie das FoVG und dann noch eventuelle autochthone Ware.
Holzbedarf: Der Bedarf an Holz steigt ständig an. Dies ist auch ein langfristiger Trend. Die Forsten in Brandenburg sind nach PEFC  zertifiziert. Es wird auch beim Holzeinschlag Wert auf naturnahen Waldbau gelegt. Das bedeutet, das es kaum großflächige Abholzungen geben wird.
Landesbaumschulen: Das Problem mit den Landesbaumschulen habe ich angesprochen. Es ist in dieser Form einzig das Land Brandenburg, das die Pflanzenproduktion in den Landesbaumschulen im Verhältnis zum Gesamtbedarf ständig anhebt. Dr. Luthardt ist der Überzeugung das ab 2005 weitere Stellen gestrichen werden und dann die Produktion zwangsläufig zurückgefahren werden muss. Auf die Anmerkung das bis dann wohl keine privaten Baumschulen im Land mehr überlebt haben, erklärt er sich bereit, das Thema auf der nächsten Abteilungsleitersitzung zu diskutieren. Als letzte Möglichkeit habe ich mit der Meldung an den Landesrechnungshof gedroht.
Naturverjüngung: Naturverjüngung wird in Brandenburg propagiert. Wenn es sich aber um große Flächen handelt oder aber die Ware nicht ausreicht dann wird extern zugekauft.
Energiewälder: In Brandenburg wird in der Zukunft (2005/2006) das Thema Energieholz propagiert. Das Land ist bundesweit Vorreiter. Es gibt Investoren die Biomassekraftwerke errichten wollen. Geeignete Pflanzen sind zum Beispiel: Pappel, Weide, Robinie und Birke. Das FoVG sollte nach Meinung der Landesforstverwaltung auch für die Anlage von Energiewäldern bindend sein. 


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