Presseerklärung des VDF e.V. und der BDB Landesgruppe SH zum Thema 'Streichung der Fördermassnahmen zur Waldneubildung in Schleswig-Holstein' anlässlich der Pressekonferenz vom heutigen Tage. |
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Sperrfrist: 05.10.2001 - 15.00 Uhr Thema: Das Land Schleswig-Holstein will nach dem vom Kabinett beschlossenen Haushaltsentwurf für 2002, seine 20 % Co-Finanzierung in Höhe von 1,6 Millionen DM zur Förderung für Waldneubildung und Maßnahmen zur Umstellung auf Naturnahe Forstwirtschaft streichen. Dadurch verfallen ebenfalls die 80%, 6,4 Millionen DM, die vom Bund und der EU getragen werden; im Endeffekt also 8.000.000,- DM. Dieser Beschluss liegt derzeit dem Schleswig-Holsteiner Landtag als Beschlussvorlage zur Diskussion vor. Auswirkungen: Arbeit & Finanzen: Die Regierung in Kiel glaubt nun 1,6 Millionen DM eingespart zu haben - ein gefährlicher Trugschluss. Durch die Einstellung der Förderung entgehen der öffentlich Hand pro Jahr, resultierend aus nicht mehr stattfindenden privatwirtschaftlichen Aktivität im Forstbereich, geschätzte Mehrwert- und Einkommenssteuereinnahmen in Höhe von ca. 1,4 Millionen DM, von denen ca. 700.000,- DM nach Schleswig-Holstein zurückfließen würden. · Was aber noch viel schwerer wiegt, sind unabwendbare Entlassungen von Arbeitskräften in allen Betrieben, die mit der Forstpflanzenproduktion und der Forstwirtschaft befasst sind. Die in dieser Branche beschäftigten Arbeitnehmer sind zumeist "grüne Spezialisten" oder angelernte Arbeiter - in jedem Falle entsprechend schwer weitervermittelbar. Rechnet man nun für jeden Arbeitslosen pro Jahr mit nur 40.000,- DM Belastung in den Kassen und setzt man die aus der Streichung der Förderung resultierende Zahl der neu hinzukommenden Arbeitslosen mit nur ca. 100 Personen in ganz Schleswig-Holstein an, müssen die Arbeitslosenkassen schon für das erste Jahr mit einer Mehrbelastung von mindestens 4 Millionen DM rechnen. Umwelt & Wald: · Auch umweltpolitisch ist die geplante Streichung der Aufforstungs- und Waldumbauförderung kontraproduktiv. Seit Jahren ist es parteiübergreifendes Ziel der Forstpolitik, den Waldanteil auf 12% der Landesfläche zu erhöhen sowie vorhandene Wälder natur-näher zu gestalten. Die Erreichung dieses wichtigen Zieles würde mit einem Schlag illusorisch werden. · Der Wald ist für unsere Umwelt das wichtigste Medium zur CO² Bindung. Kommt es nun zu einem Stopp der Neuaufforstung, aus dem eventuell auch ein Rückgang der Waldflächen in Schleswig-Holstein resultieren kann, hat jeder einzelne Bürger in diesem Bundesland mit einer erhöhten Belastung durch CO² zu rechnen. Ist das der Wille der Landesregierung? · Die Weltklimakonferenz hat uns noch vor einigen Monaten glauben gemacht, dass die Bedeutung des Waldes in der Welt sehr hoch ist. Dies wurde im Kyoto-Bonn-Abkommen auch manifestiert. Ist dies der Weg mit dem die Landesregierung, ihren Teil zu dem Abkommen beitragen will? · Weitere wirtschaftlichen Schäden für das Land sind unabwendbar, wenn die Förderung fällt. Die Wild/Wald Problematik wird verschärft, die Sturmanfälligkeit der Wälder in unserem Land steigt rapide und letztendlich werden voraussichtlich in Zukunft, wenn überhaupt, wie schon nach dem 2. Weltkrieg nur Fichten - Monokulturen aufgepflanzt. Sind das die Aussichten, die die Landesregierung unseren Kindern zumuten will? · Die unseren beiden Verbänden angegliederten Baumschulen müssen ihre Kulturen mindestens drei, meistens jedoch 5 Jahre im Voraus planen und züchten. Auf den Anzuchtsflächen stehen somit verkaufsfertige Waren, die 2002 auch in den Schleswig-Holsteiner Wald geliefert werden sollten. Für die Betriebe bedeutet eine Streichung der Förderung, in der sowieso schon angespannten Lage, somit auch eine direkt Gefährdung der Existenz. Fazit: · Dieser aus dem grünen Umweltministerium stammende Streichungsvorschlag offenbart eine waldfeindliche Einstellung. Anders können wir uns diese Sparvorlage nicht erklären. · Um einen maroden Betrieb wieder auf die Beine zu helfen, muss man auch investieren. Förderungen zu streichen, um kurzsichtige Einsparungen zu erhalten, kann am Ende ein Vielfaches kosten. Letztendlich trifft die Streichung der Fördermittel die Arbeitnehmer und die Kleinst-Betriebe am härtesten. ¨ Von der EU in Auftrag gegebene Studien belegen, dass bereits 2012 in Deutschland ein großer Mangel an Wirtschaftsholz bestehen wird. Dieser Mangel wird mit jedem weiteren Jahr potenziert. Wenn unser Land jetzt nicht agiert, werden unsere Kinder und Enkel auf eigene Bestände des umweltfreundlichen, nachwachsenden Rohstoffes der Welt aus eigener Produktion verzichten müssen. Aktion: · Für Donnerstag den 18. Oktober haben der BDB und der VDF e.V. in Zusammenarbeit mit den Waldbesitzerverbänden eine Demonstration in Kiel geplant. Eingeladen sind hierzu alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die im forstlichen Bereich tätig sind, sowie alle Menschen unseren Landes, die sich wie wir berufen fühlen, für einen Rohstoff zu kämpfen, der in absehbarer Zeit der einzige der Welt sein wird. Die Demo beginnt um 12.00 Uhr auf dem Exerzierplatz mit Ansprachen von Vertretern der einzelnen Verbände und wird dann in Richtung Landtag fortgesetzt. Wir kämpfen für eine Beibehaltung der Fördermaßnahmen und damit für unseren Wald in Schleswig-Holstein! |
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