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Die Flutwelle rast durch Deutschland und vernichtet ganze Existenzen. Jeder spricht über Entschädigung und Schadensbegrenzung. Dies ist für die Betroffenen natürlich auch absolut vorrangig.
Was uns vom VDF e.V. jedoch sehr wundert ist die Haltung der Politik. Die Flutkatastrophe ist nicht nur nach unser Meinung zum großen Teil hausgemacht. Ähnliche Stellungnahmen erhalten Sie auch von namhaften Klimaforschern aus Deutschland und Europa.
Im Erzgebirge im Bereich zur Tschechischen Grenze sind riesige Waldgebiete in der Vergangenheit durch sauren Regen und andere Umwelteinflüsse abgestorben. Seit über 7 Jahren sind die Belastungen im oberen Erzgebirge weit zurückgegangen so das einer Aufforstung nichts mehr im Wege stehen würde.
Wald ist ein Medium, das wie kein anderes den Regen binden kann. Ist kein Wald vorhanden, stürzen die Wassermassen ungehindert gen Tal, sammeln sich in den sonst kleinen Bächen und führen zu genau den Katastrophen, die wir jetzt haben.
In diesem Jahr hat sich das Wasser im Erzgebirge nun seinen Weg gesucht. Die Folge wird zwangsläufig sein, das sich in der Zukunft schon viel kleinere Mengen von Niederschlägen wortwörtlich in das gemachte Bett legen können und wiederum ähnliche Katastrophen auslösen werden. Den vor Ort lebenden Menschen stehen leider Gottes auch künftig schwere Zeiten bevor.
Die Politik in Deutschland vertritt nun konsequent die Meinung, dass der Wald sich selbst regulieren soll. Naturverjüngung ist ein großes Thema. Die seit Jahrhunderten gewachsenen Strukturen der Waldvermehrung und Pflege werden seit einigen Jahren nicht mehr beachtet.
Wir vom VDF e.V. stimmen zu, dass an bestimmten Stellen, wie zum Beispiel zur Bepflanzung von lückiger Bewaldung Naturverjüngung durchaus geeignet ist. Jedoch speziell für das Erzgebirge ist dies definitiv nicht praktikabel. Hier muss konsequent mit wüchsiger Ware, wie sie nur in entsprechenden Baumschulen zu bekommen ist, in großen Stückzahlen aufgeforstet werden. Nur dadurch kann es gelingen in relativ kurzer Zeit wieder einen intakten Wald in diesen Gebieten zu erhalten der auch in der Lage ist, Oberflächenwasser so zu binden, dass es keine Sturzbäche gibt.
Insofern können wir Forstbaumschuler nicht begreifen, wie sich irgendeine Partei nun nach dieser Katastrophe hinstellt und ihr Umwelt Programm bestätigt sieht. Nach unserem Erachten, hat die Politik mit zu diesen verheerenden Ausmaßen der Flutwelle beigetragen. Hätte man das obere Erzgebirge rechtzeitig genug aufgeforstet, wären die Wassermassen nicht in dieser Heftigkeit gen Tal gestürzt. Entsprechende Gelder wurden aber den Forstämtern nicht zur Verfügung gestellt und das trotz wachsendem Etat des Ministeriums für Landwirtschaft. Somit ist die Politik Hauptschuldiger an der Situation.
Ähnliche Situationen werden zwangsläufig in den nächsten Jahren häufiger vorkommen und dies nicht nur im Bereich des Erzgebirges, sondern auch in anderen Regionen wie zum Beispiel im oberen Harz. Auch hier liegen Quadratkilometerweise ehemalige Waldflächen brach.
Wir vom VDF e.V. fordern die Politik dazu auf, umgehend umfassende Aufforstungsprogramme zu starten um entsprechende Katastrophen schon im vorweg zu bekämpfen. Dies trifft nicht nur für die neuen Bundesländer zu, sondern auch für gleichartige Gebiete in den alten Bundesländern.
Die Forstwirtschaft wird seit Jahren von jeglicher Aufstockung der Fördermaßnahmen konsequent ausgeschlossen. Zum Vergleich: 1 Hektar Landwirtschaft wird ca. mit bis zu 600% mehr gefördert als ein vergleichbarer Hektar Forstwirtschaft. Für die Wälder in Deutschland bedeutet dies die Bankrotterklärung.
In den vergangenen 5 Jahren sind Bundesweit schätzungsweise über 2500 Hektar Forstpflanzen Anzuchtsflächen stillgelegt worden. Gleichzeitig gab es ca. 350 Betriebsschließungen nur in diesem kleinen Bereich der Baumschulwirtschaft; von den
verloren gegangenen Arbeitsplätzen ganz zu schweigen. Die noch am Markt tätigen Forstbaumschulen wirtschaften seit 3 Jahren durchschnittlich ohne nennenswerte Gewinne – viele schreiben rote Zahlen!
Durch die von unser Regierung praktizierten Politik wird hier wissentlich eine ganze Branche in den Ruin getrieben. Bundesweit werden, wenn die Politik nicht bald einschreitet, bis zu 20.000 Arbeitsplätze zerstört. Ist die Branche erst am Boden, wird es Jahre dauern, bis wieder verkaufsfertige Waren (die Anzucht von einer Verkaufsfertigen Ware dauert 5 bis 6 Jahre) am Markt zu haben sind.
Wie dringend dieser Pflanzen aber eigentlich benötigt werden, sieht man am aktuellen Beispiel in ganz Deutschland.
Verband Deutscher Forstbaumschulen e.V.
Vorstandssprecher Jan Krohn
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