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Stellungnahme VDF e.V. - Neustrukturierung der Bayerischen Staatsforstverwaltung

Vortrag von Herrn Jan Krohn, Vorstandssprecher VDF e.V., anlässlich der Verbandsanhörung vom 12.12.2003 im Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten in München.

Stellun

Sehr geehrter Herr Staatsminister Miller, Sehr geehrter Herr Staatsminister Huber, geehrte Anwesende.
Der VDF e.V. sollte als berufsständige Vertretung der privaten Forstbaumschulen in Deutschland eigentlich jegliche Privatisierung von staatlichen Einrichtungen begrüßen. Schließlich geht normalerweise eine Privatisie-rung einher mit einer vernünftigen ökonomischen Nutzung der Ressourcen. 
In diesem speziellen Fall spricht sich unser Verband jedoch vehement gegen die geplante Neustrukturierung aus, da wir katastrophalen Auswirkungen für unsere Mitglieder befürchten.
Wie schon in der Landwirtschaft geschehen, würde eine weitere Globalisierung, die nach unserer Ansicht mit der Privatisierung einhergeht, für die Forstbaumschulen einer weiteren rücksichtslosen Verdrängungswettbewerb beim Verkauf von Pflanzen bedeuten.
Durch eine Zusammenlegung von Forstämtern, die zwangsläufig bei einer Privatisierung erfolgt, würde der gesamt Pflanzenbedarf nur noch über Ausschreibungen gedeckt werden. Eine EU weite Ausschreibung für den Einkauf von Forstpflanzen bietet den Forstunternehmen im Hochtarifland Deutschland keine Überlebensmöglich-keit mehr. Die seit Jahrzehnten gewachsenen persönlichen Kontakte und Strukturen der bayerischen Baumschu-len wären mit einem Schlag nutzlos und ausgehebelt.
Eine EU weite Ausschreibung führte zwangsläufig auch zu einem extremen Qualitätsverlust der Waren, da die Produktion von Qualitätspflanzen nicht mehr bezahlt werden würde. Schon heute ist zu beobachten, dass durch das deutsche Ausschreibungsrecht oftmals die Qualitäten der Waren leiden.
Auch die Kurzfristigkeit der Angedachten Neustrukturierung gibt Anlass zu großen Bedenken innerhalb unseren Verbandes. Eine Baumschule arbeitet mit bis zu 7 Jahren Vorlauf, bevor die Waren verkaufsfertige Produkte sind. Dies sind erhebliche Investitionen in einen Markt, der in keiner Wiese durchschaubar ist. 
Fazit dieses kurzen Vortrags ist, dass eine Privatisierung der staatlichen Forstbetriebe in der momentanen geplanten Art und Weise zu einem raschen Aussterben der bayerischen Baumschulen und damit auch zu einem nachträglichen Sterben der Zulieferbetriebe in ganz Deutschland führt. 
Pflanzen werden dann zukünftig aus den neuen EU Staaten wie zum Beispiel Ungarn etc. kommen. Hier hat der deutsche Endverbraucher dann keine Möglichkeit mehr, auf die Produktion Einfluss zu nehmen. Staatliche Kontrollen, wie sie zur Zeit bei uns sehr intensiv durchgeführt werden, würden nicht mehr durchführbar sein. Missbrauch ist die Folge.
Auch stehen nur in den Forstbaumschulen ca. 2000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Es handelt sich hierbei in der Regel um weniger qualifizierte Aushilfskräfte oder um Spezialisten, die in kein anderem Marktsegment einzuord-nen sind und somit dem Staat zur Last fallen würden. Hinzu kommen natürlich noch die Wald- und Forstarbeiter, die Kontrollbeamten, etc. in den staatlichen Bereichen.
Wir möchten Sie, sehr verehrte Staatsminister Miller und Huber, bitten, diese Beweggründe in Ihre Überlegungen mit einzubeziehen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Der Vortrag wurde in Absprache mit der EZG und dem ZÜF Verein gehalten!

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